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Sophie Rennert und David Bergmüller bei der Schubertiade Hohenems

Das Schubertiade-Jahr hat begonnen, zu Ehren des aus Hohenems stammenden Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus mit einem Programm des Frühbarock.

Dass das Konzert der Sängerin Sophie Rennert und des Lautenisten David Bergmüller schließlich doch einen sehr schönen Eindruck hinterließ, ist zuallererst den Künstlern zu danken. Die  übrigen Voraussetzungen waren eher ungünstig. Dass der Saal nur halb besetzt war und der Abend kalt und regnerisch war und man daher nicht in den liebevoll nach Art des Salzburger Mirabellgartens angelegten Außenbereich konnte, war die eine Sache. Dass der zwar akustisch hervorragende, aber optisch nüchterne Markus-Sittikus-Saal so ziemlich gar nichts ausstrahlt von der Pracht des Frühbarock, wurde in diesem Falle besonders schmerzlich erlebbar. Wie soll ein Schubertiadegast, der wenig weiß von der Geschichte des Festivals und die besondere Dynamik der Stadt Hohenems nicht kennt, verstehen, dass sich wenige Meter weiter, im Palast, ein idealer Saal für diese Musik und diesen Publikumszuspruch findet, dieser aber nicht dafür benutzt wird?

Wie auch immer, Sophie Rennert, die junge österreichischen Mezzosopranistin, gestaltete mit spürbare Liebe zur Sache diese Musik, die am fürsterzbischöflichen Hof in Salzburg erklungen sein mag. Sophie Rennert sang von der Wut und Verzweiflung einer Verlassenen bei Monteverdis „Arianna“ oder „Ottavia“, das Rasen der Eifersucht in einer Arie von Luigi Rossi oder den Taumel der Verliebtheit in Arien von Barbara Strozzi – jawohl, auch damals haben Frauen komponiert. Die sympathische Sängerin in ihrem sehr schönen Kleid legte dabei eine Stimme an den Tag, die nicht schlank und körperlos klang, wie man es doch immer wieder von Barocksängerinnen vernimmt, sondern sie trumpfte mit einem durchaus kernigen, gesunden Mezzo auf, bezauberte jedoch zuweilen mit unglaublich schönen Pianophrasen. Zu dieser klangvollen Stimme hätte man sich gut und gerne ein reicheres Instrumentarium vorstellen können. Jedoch sind dem Lautenisten David Bergmüller Rosen zu streuen für sein so sensibles und fantasiereiches Spiel, das er nicht nur in Begleitung der Sängerin zeigte, sondern auch mit einigen stimmungsvollen Solostücken.

 

(Foto Schubertiade)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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