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Leo McFall, der neue Chefdirigent des Symphonierochesters Vorarlberg stellt sich vor

Der designierte Chefdirigent Leo McFall, Sebastian Hazod und Elisabeth Sobotka, Intendantin der Bregenzer Festspiele

 

 

(Foto Dietmar Mathis)

Man hat es sich nicht leicht gemacht mit der Wahl des neuen Chefdirigenten ab 2020/21 für das Symphonierochester Vorarlberg. Das Orchester wurde einbezogen und entschied sich nicht zuletzt aus musikalischen Gründen für Leo McFall, der 1981 in London geboren wurde.

Leo McFall zeigte sich begeistert von den Musikerinnen und Musikern des SOV, mit denen er schon zweimal zusammen gearbeitet hatte: „ es ist ihnen ein echtes Anliegen, gute Musik zu machen“. Und Sebastian Hazod, seit dieser Saison Geschäftsführer des SOV, kennt Leo McFall schon von früher und freut sich auf „eine spannende Arbeit“. Und Sebastian Hazod verrät, dass Leo McFall bei der Programmplanung „geradezu übersprudelt vor Ideen“. Näheres wird aber nicht verraten, denn die Präsentation des Spielplans für die nächste Saison steht noch bevor. Nur so viel: Im April 2020, noch vor seiner ersten Saison als Chef, wird McFall sein Antrittskonzert geben. Zu hören wird sein Tschaikowskys „Fünfte“, Stücke aus Wagners „Parsifal“, nämlich das Vorspiel zum dritten Akt und der „Karfreitagszauber“ sowie die „Sieben frühen Lieder“ von Alban Berg mit Mélissa Petit, eine der Darstellerinnen der Gilda in Giuseppe Verdis „Rigoletto“ auf der Seebühne – ein starkes Zeichen für die weitere Zusammenarbeit des SOV mit den Bregenzer Festspielen.

Unmittelbar vor der Aufführung von Gustav Mahlers „Achter“ mit Kirill Petrenko Mitte Mai sprechen Leo McFall und Sebastian Hazod auch über ihren Plan, nach Kirill Petrenkos Mahler Zyklus einen Bruckner-Zyklus anzugehen, jedoch in loser Folge und unter Leitung von Leo McFall. Dieser bekennt, eine intensivere Beziehung zu Bruckner zu verspüren als zu Gustav Mahler, obwohl er in der Vergangenheit intensiv mit dem Gustav Mahler Jugendorchester gearbeitet hat. Auch zu Richard Wagner scheint der neue SOV-Chef eine starke Verbindung zu haben. Das legt einerseits die Programmwahl seines oben erwähnten Antrittskonzertes nahe. Auch habe er, in seiner Funktion als Kapellmeister am traditionsreichen Theater in Meiningen (wir erinnern uns, dass Kirill Petrenko dort seine Karriere begann) bereits vier Opern von Richard Wagner dirigiert. Und er erzählt, dass der Stimmführer der Violinen in Gustav Mahler Jugendorchester die Probe immer mit einem Stück von Wagner begonnen hat: „to get the sound“ – um den Klang zu bekommen“. Und Leo McFall meint weiter, dass auch das SOV fähig ist, diesen „dunklen und weichen Klang“ zu erzeugen.

Leo McFall wird also sicher das Niveau des SOV erhalten und weiter entwickeln, das hat man bereits bei seinen bisherigen Konzerten im Ländle wahrgenommen. Er sagt zwar auf eine Anfrage hin, dass er gerne mit zeitgenössischen Komponisten zusammenarbeitet, aber generell hat es den Anschein, dass er an spürbaren Neuerungen wenig Interesse hat. Ich persönlich hoffe sehr, dass er auch das Repertoire der Wiener Klassik und Frühromantik pflegen wird – dass er dazu eine Beziehung hat, hat er bei seinem letzten Konzert in Bregenz mit einer zauberhaften Haydn-Sinfonie gezeigt.

 

 

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