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Symphonieorchester Vorarlberg: Neue Ideen für die neue Saison

Überzeugende Musik und ein innovatives Rahmenprogramm machten das Erste Abokonzert, Samstag in Feldkirch und Sonntag in Bregenz, zum Ereignis.

Es geschieht nun häufiger, dass das klassische Konzertformat aufgebrochen wird, sei es durch Cross Over, sei es durch Einbeziehung anderer Kunstformen. Das Symphonieorchester Vorarlberg hat in der Vergangenheit schon durch seine Zusammenarbeit mit dem Maler Harald Gfader oder durch ein Konzert mit dem Jazzorchester Vorarlberg solche Wege beschritten. Nun, in der ersten Saison, die der neue Geschäftsführer Gerald Mair verantwortet, gibt es wieder Neuigkeiten. So eine Kooperation mit der Fachhochschule Vorarlberg, in der Studierende des Lehrgangs ihre „Resonanz(en)“ auf die Musik visuell verarbeiten. Diese Arbeiten sind einerseits in den Foyers zu bewundern, andererseits wurde zu Beginn des Ersten Abokonzerts ein Video gezeigt, das speziell auf die Komposition von Herbert Willi, dem zweiten Werk im Programm, Bezug nahm. Dieses, das Klarinettenkonzert „Ego Eimi“ aus dem „Zyklus Montafon“, gelangte 2006 bei den Salzburger Festspielen zur Uraufführung. Solistin war damals Sharon Kam, die das Stück nun auch dem Vorarlberger Publikum präsentierte. Gegenüber der Uraufführung, die ich live gehört habe, hat mir diese Komposition jetzt einen noch größeren Eindruck gemacht. Vor allem berührt hat mich die Klarheit des Orchesters unter der Leitung seines Chefdirigenten Leo McFall, die förmlich die Luft der Berge spürbar machte. Auch ein so unglaublicher wie unvermittelter Tutti-Akkord – typisch für Herbert Willi – war sogfältig ausgehorcht und intoniert von den Musikern des SOV, und die Gegenüberstellung der Härte des Alltags mit einer Art Meta-Ebene war sicher für viele im Publikum zu erleben. Sharon Kam legte mit souveräner Technik ihre Klanggirlanden darüber und überstrahlte die Aufführung mit ihrem Charisma. Das Publikum bejubelte die Solistin, das Orchester und den anwesenden Herbert Willi und wurde bedankt mit Gershwins „Summertime“.

Eingeleitet wurde das Programm mit der Ballettmusik zu Oper „Idomeneo“ von Mozart, die dieser ans Ende des Werks gestellt hat und die oft weggelassen wird, weil kaum ein Regisseur weiß, was er damit anfangen soll. Und dann boten die Musiker des SOV erneut eine große Leistung mit der physisch und spieltechnisch fordernden „Großen“ C-Dur Symphonie von Franz Schubert. Eröffnet durch das Hornsolo von Claudia Bär, breiteten sie unter der Leitung von Leo McFall einen Klangkosmos aus, der Schuberts Melodik ebenso darstellte wie die Dramatik, die sich vor allem in den mittleren Sätzen zeigte. Nach diesem großartigen Konzert hatten viele Musiker und Hörer noch nicht genug und übersiedelten in Bregenz in den Saal „propter homines“ für einen Überraschungsauftritt.

 

Bild Leo McFall (SOV)

 

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