Das Alinde Quartett gab am Samstagnachmittag, dem 30. Mai ein überzeugendes Debut bei der Schubertiade in Hohenems. Dieses Quartett, das sich nach einem Schubertlied benennt, ist mit drei vermutlich italienischstämmigen Musikern und einem Slowenen besetzt.

Am Samstagnachmittag konnte man einmal mehr die Frage nach dem „Wie oft?“ stellen, denn schon am 22. Juni erklingt das Streichquintett in C-Dur D 956 von Franz Schubert, gespielt vom Hagen Quartett mit der Cellistin Julia Hagen in Schwarzenberg. Aktuell wurde in Hohenems dieses ikonische Werk vom Alinde Quartett, ergänzt durch den Cellisten Stefan Heinemeyer, interpretiert, welche hiermit ihr Schubertiade Debut feierten. Es gelang überzeugend, und das nicht erst beim Quintett nach der Pause. Als Quartett präsentierten sich Eugenia Ottaviano, Guglielmo Dandolo Marchesi, Gregor Hrabar und Bartolomeo Dandolo Marchesi mit einem sehr differenziert gestalteten Quartettsatz in c-Moll und mit einem Quartett in C-Dur D 46, beides von Schubert. Das Klangbild des Alinde Quartetts ist ausgewogen, aber mit einem markantem Schwerpunkt an der ersten Violine, deren Interpretin Alfred Brendel „Feuer, Gefühlsstärke und Vorstellungskraft“ bescheinigte. Dass die meisten der Musiker sich intensiv mit Alter Musik befassen, merkte man an besonderen Effekten wie Bordunartigen Klängen im Quartett D 46, das Franz Schubert sechzehnjährig schreib. Beim Streichquintett nach der Pause, das vermutlich im letzten Lebensjahr Schuberts entstanden ist, war in der Interpretation des Alinde Quartetts eine Nähe zu Anton Bruckner zu spüren., denn es fiel auf, dass markante Abgrenzungen zwischen einzelnen Klangblöcken erfolgten. Das ermöglichte den Hörerinnen und Hörern, den formalen Aufbau des Werks und die ihm innewohnenden Zusammenhänge gut zu erfassen. Das Alinde Quartett erarbeitet derzeit eine Gesamteinspielung der Kammermusik von Schubert. Dazu gehört auch eine Quartettfassung des Liederzyklus “Die schöne Müllerin” mit dem österreichischen tenor Daniel Johannsen, den viele längst gerne bei der Schubertiade hören würden.
Foto: Schubertiade
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