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Schubertiade-Publikumslieblinge Andrè Schuen und Daniel Heide

Das Duo Andrè Schuen, Bariton, und Daniel Heide, Klavier, ist beim Schubertiadepublikum sehr beliebt. Mit ihrem Programm am Mittwochnachmittag haben sie es sich wahrlich nicht leicht gemacht. Doch trotz der Hitze, dank des geradezu missionarischen Gestaltungswillens der Beiden, aber auch dank der Klimaanlage im Saal, gelang ein packendes Konzert. Gewichtige Lieder und Balladen Schuberts standen am Programm, das die Vertonung von Schillers „Bürgschaft“ enthielt. Interessant, dass drei Tage zuvor Konstantin Krimmel, ebenfalls Bariton, dasselbe herausfordernde Werk sang. Zufall oder kollegiale Konkurrenz zweier Publikumslieblinge? Nun, der Wettkampf ging unentschieden aus. Andrè Schuen und sein Partner am Klavier Daniel Heide boten jedenfalls eine Deutung von dramatischer Wucht, wie überhaupt der Sänger an diesem Tag unüberbietbar gut in Form war. Das zeigte das wunderbare Pianissimo beim Lied „Freiwilliges Versinken“, das vollendete Legato „Lied eines Schiffers an die Dioskuren“ (beide mit einem Text von Johann Mayrhofer) und schließlich der auftrumpfende „Prometheus“ nach Goethe.

Zwischen den Gesängen Schuberts stand Thomas Larchers Liederzyklus „Unerzählt“ nach Texten von Winfried G. Sebald am Programm – der 1944 geborene Dichter hat Teile seines bewegten Lebens im nahen Allgäu und in Sankt Gallen verbracht. Dass Andrè Schuen mit der Musik des 1963 geborenen Tirolers Thomas Larcher etwas anfangen kann, wissen wir seit dessen Oper „Das Jagdgewehr“, die 2018 in Bregenz mit Andrè Schuen in der Hauptrolle uraufgeführt wurde. Auch die aphoristisch knappen dreizehn Lieder des Zyklus „Unerzählt“ kamen seiner Ausdruckskraft und seinem eindrucksvoll weiten Stimmumfang entgegen. Doch mehr noch lag der Fokus auf dem Klavierpart, der abgeklemmte Saiten im Korpus oder Zupfen derselben sowie allerlei Finessen im Umgang mit dem Pedal forderte. Daniel Heide vollzog dies alles mit der ihm eigenen Souveränität, wie er auch die fordernden Begleitungen der Schubert-Lieder großartig darbot. Äußerst erfreulich war, dass das Publikum den Zyklus von Thomas Larcher bereits mit starkem Applaus feierte. Wenn auch ein einsames Buh zu hören war, so merkt man doch, dass das Schubertiadepublikum keineswegs so konservativ ist, wie vielfach angenommen wird. Schließlich sind die heutigen Alten die Achtundsechziger und Friedens- wie Umweltbewegten von damals. Auch am Ende war de Applaus jubelnd und wurde von den beiden Künstlern mit zwei Zugaben bedankt: Schuberst „Der Schiffer“ und „An den Mond“ (Fassung D 259).

Foto: Cd unter anderem mit dem Gesängen von Thomas Larcher

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