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Michael Schade über Nikolaus Harnoncourt. „Die Reise zur Wahrheit“

 

Das Gespräch mit den Tenor Michael Schade fand im Sommer 2008 statt, als er bei der Schubertiade Schwarzenberg auftrat. Wie alle Gespräche über Nikolaus Harnoncourt auf diesem Blog führte ich es zur Vorbereitung beziehungsweise Verwendung im Buch Oper, sinnlich. Die Opernwelten des Nikolaus Harnoncourt, Salzburg 2009, von Johanna Fürstauer und mir.

Herr Schade und ich saßen im Salon des Hotels Hirschen in Schwarzenberg. Dieses Gespräch war eines der persönlichsten, aber auch authentischsten und klügsten von allen, die ich geführt habe.

Dabei spricht Michael Schade von einer Lulu, die für die Salzburger Festspiele geplant war, aber nie produziert wurde. Und der Abschied bei Titus in Salzburg war kein endgültiger. 2013 war er Harnoncourts Florestan im Theater an der Wien, und im Frühling 2014 sang er mit Harnoncourt den Evangelisten in Bachs Matthäuspassion.

Herr Schade, an Opernrollen erinnere ich den Titus und den Ottavio, die sie mit Nikolaus Harnoncourt szenisch gemacht haben.

M.S.: Wirklich an Bühnenwerken mit Kostüm und Maske, da habe ich das Glück gehabt, den Don Giovanni mit ihm zu machen, den bei den Salzburger Festspielen von 2003 mit Kušej, Netrebko usw. Und in zwei Produktionen den Titus.

Und dann konzertant Armida und Orlando palladino, dann semiszenisch Zaide mit Moretti, dann im Konzert Arien von Schubert, und Mozart-Arien.

Wenn Sie mich erwähnen wollen, so möchte ich einen Rückblick machen auf meine Opernerfahrungen mit ihm, Nikolaus Harnoncourt. Ich möchte Ihnen dazu eine Geschichte erzählen:

 

Im Mozartjahr 2006 hat ja Nikolaus sehr viel gemacht, Figaro mit Claus Guth in dieser herrlichen Besetzung, und es kam direkt danach die Wiederaufnahme von Mozarts Titus, ebenfalls mit einer exzellenten Besetzung, Dorothea Röschmann, Vesselina Kasarova, Malena Ernman (die Mutter von der inzwischen berühmten Greta Thunberg, Anm.)

Diese Inszenierung war ja ein totaler Erfolg, genauso die Wiederaufnahme. Ich glaube, wir hatten sechs Vorstellungen, und nach der dritten ruft mich der Nikolaus an, oder Alice – ich kann ja einmal in meinen Lebenslauf schreiben, dass Nikolaus mich schon einmal angerufen hat und schon zweimal ans Telefon kam, wie ich Fragen hatte. Was ich damals gar nicht zu schätzen wusste, denn ich wusste nicht, dass er nicht telefoniert.

(Die Schreiberin dieses Blogs darf sagen, dass sie auch einmal mit Nikolaus Harnoncourt telefoniert hat, und ich wusste das sehr zu schätzen in diesen zwanzig Minuten des Gesprächs, eine eigene Geschichte.)

M.S.: Der langen Rede kurzer Sinn, ich bekam einen Anruf: „Nikolaus möchte Dich bei der nächsten Vorstellung sehen und Dir etwas sagen.“ Es kam auch damals die Anfrage, ob ich den Idomeneo machen möchte in Graz. Tragischerweise konnte ich das 2007 nicht machen wegen Verpflichtungen an der Covent Garden Opera, und 2008 ging es schon wieder nicht. Ich hab viel getan um das möglich zu machen, doch es ging nicht, er war traurig. Fragte, „ja wie weit muss man denn im Voraus bei Dir buchen, denk doch an die Kunst!“ Doch es war nichts zu machen…

Ich habe mir gedacht dass das Ihre Partie gewesen wäre…

 Schon klar! Es ist auch eindeutig dass der Erfolg den ich 2007 im Theater an der Wien eingefahren habe mit Idomeneo, nur durch Nikolaus Harnoncourt  möglich war, denn von ihm hab ich das alles gelernt.

Also Alice rief mich an, ich ging dann zu ihm, und er sagte mir: „Ich möchte, dass Du weißt dass ich die beiden letzten Aufführungen nicht dirigieren werde.“ Nikolaus war einfach zu erschöpft, Franz, der Sohn (von Beruf Chirurg, Anm.), meinte, er müsse sich schonen. Ich hatte einerseits Verständnis, doch ich war übertraurig drüber. Weil ich wusste dass mit diesem Moment eine Ära zu Ende war.

Sie müssen wissen dass mein Sohn – ich habe Zwillinge, geboren 2002….. Das Mädchen heißt Lisbeth und der Sohn heißt Nikolaus. Das ist, weil die Zeit mit ihm mich so wahnsinnig geprägt hat, von 1998 an. Und das Geburtsdatum der beiden, 29.November, close enough to Nikolaus.

Also bei diesem Titus, wo ich wusste dass das die letzte Aufführung mit ihm ist, bin ich von der Bühne gegangen und habe geweint. Das ist mit noch nie passiert. Ich bin direkt zu seinem Zimmer, wir haben uns ganz tief in die Augen geschaut, und beide Augenpaare waren feucht. Ich konnte nichts sagen außer „Danke“. Ich dachte das sei das Ende unserer Bühnenarbeit zusammen. Im Moment besteht die Chance, dass doch noch etwas kommt, vielleicht Lulu in Salzburg 2010. Das wäre der Alwa, ich muss noch überlegen ob die Rolle für mich passt.

Also die Zeit mit Nikolaus Harnoncourt hat mich wahnsinnig geprägt.

Wie sind sie zu ihm gekommen?

Mein Vater hat schon in den 1960 Jahren Platten von Harnoncourt gehört, vor allem Bach, er stand dadurch als Dirigent immer auf meiner Wunschliste. Das Vorsingen war dann in Amsterdam, Alice und er haben sofort alles bei meiner Arie geändert. Erst zwei oder drei Jahre später kam ein Angebot, es war das Stabat Mater von Haydn.

Man braucht ihm nur in die Augen schauen beim Singen, er trägt einen mit seinen Augen, und man fühlt sich frei. Ich habe mich bei ihm sofort zu Hause gefühlt, und ich habe viel Erfahrung gehabt mit Alter Musik, mit Gardiner, Pinnock, Norrington, Rilling… und habe direkt nach diesem Haydn gewusst, dass ich den Menschen gefunden habe, der diese herrliche Musik auch als Person verbinden kann, und ich habe gewusst dass ich den Mann gefunden habe, den ich mir erträumt habe als Dirigent und als Mensch, und vor allem die musikalische und persönliche Auffassung und seine Hingabe zur Musik. Es ist als würde man seinen Vater oder Großvater der Musik finden.

Ich liebe auch die Art und  Weise, wie er schwierig ist. Er ist ein Mann, der kontrovers handelt, er fordert. Ich liebe, wie er allein mit Worten die Sachen beschreiben kann. Ich weiß noch, wie wir Bachs Matthäuspassion aufgenommen haben, und er zum Chor gesagt hat: „Ich möchte sehen wie ihr mit den Palmen schwingt“, eines von tausend Beispielen.

Bei der Arbeit auf der Bühne war das so: ich kann mich erinnern an Kušejs Don Giovanni. Ich fand, da ist eine barocke Geste in der Musik, und ich fühlte das nicht so. Ich meinte, man müsste ein barockes Kostüm dafür haben, doch er sagte: „nein, nein, nein!“ Da wurde mir klar, dass eine Musik, die barock ist oder klassisch, nicht deswegen lebt, weil sie alt ist, sondern weil sie heute, heute, heute etwas zu sagen hat. Und deswegen sind die modernen Inszenierungen faszinierend, denn es muss an den Mann kommen. Nicht vor so und so vielen Jahren, sondern jetzt, es muss uns jetzt packen. Es geht also nicht drum dass man etwas Historisches nachmacht, sondern diese Musik lebt einfach heute. Alte Musik heißt die Musik so aufzuführen, als hätte, sagen wir, Mozart sie gerade jetzt geschrieben. Es ist nicht die Reise zur Vergangenheit, sondern die Reise zur Wahrheit.

Stichwort Zeit und Musik?

 Klassik ist ein seltsames Wort. Eigentlich heißt so nur etwas, das den Test der Zeit besteht. Meyerbeer ist nicht klassisch, weil es heutzutage kitschig wirkt.

Welche Stelle war das mit dieser Geste?

Singt es vor:

„Siam grati….. di generosita“.

Finale des 1.Aktes, eher zu Beginn!

 Wir sind da so schlottrig über die Bühne gegangen, und ich dachte das geht nicht, und dann habe ich gemerkt, es geht doch. Man kann eine Geschichte tausendfach erzählen.

Was für mich wahnsinnig wichtig ist, da bin ich fast heißhungrig, sind bei den Opere serie die Rezitative, und wie er einen dabei fordert. Beispielsweise einen Moment Pause zu machen zwischen zwei Sätzen. Es gibt bei ihm keinem leeren Moment, keinen leeren Gedanken, keinen Effekt, keine Show, es gibt nur die Wahrheit. Und das in der Oper ist wahnsinnig selten.

Haben Sie das also bei anderen Dirigenten nicht erlebt?

Kurioserweise erlebe ich es öfters bei Muti, auch er steht mit Hingabe zu den Opern.

 Auch bei Mozart?

Muti und Da Ponte geht sehr gut zusammen, aber auch Harnoncourt und Da Ponte. Weil es einfach ein genialer Text ist, und weil Nikolaus die selbe Einstellung hat wie ich, nämlich, Prima le parole e dopo la musica. Man kann sonst kein Drama machen.

Immer dieses beispielhafte disziplinierte Dasein bei der Arbeit, er ist wirklich ein Arbeiter. Auch seine Vorbereitung, er dirigiert ja nichts, wo er nicht die Urpartitur gesehen hat.

 Normalerweise ja, bei den Beethovensymphonien war’s anders.

Zu den Anfangszeiten des Concentus sind die ja zu den Bibliotheken gefahren und haben die Dinge von Hand abgeschrieben.

 Und immer wieder dirigiert er aus handgeschriebenen Noten. Zum Beispiel als ich mit ihm gesungen habe, in Salzburg bei „Dido und Aeneas“, hat er aus der handgeschriebenen Partitur dirigiert, und mit sehr viel Anmerkungen drinnen.

 Wie war das mit Kušej, warum, glauben Sie, arbeitet er so gerne mit Kušej?

Was beide gleich gut können, ist diese wahnsinnige Anforderung an die Wahrheit und an das Drama. Nicht irgendeinen Mist erzählen, sondern die Geschichte so erzählen, als wäre sie brandneu. Es gibt ja diese Leute die meinen, Harnoncourt und Kušej machen die Sachen so, weil sie anders sein wollen. Das ist ja oft der Vorwurf. Bei Harnoncourt sind’s die Tempi, da fühlen sich die Leute belehrt, lehnen es ab. Aber ich liebe es, wenn ein Mensch etwas zu sagen hat über eine Geschichte, eine Musik. Dennoch glaube ich dass Nikolaus der letzte Mensch auf Erden wäre, der sagen würde, das geht nur so und nicht anders. Wenn man die Frage nach dem Warum beantworten kann, dann hört er zu. Denn das ist ja das auch war er immer fragt: „Warum? Überlege!“

Diese Kunst ist fordernd, sie ist, als würde sie zu  ersten Mal stattfinden. Eine Story kann man…., Don Giovanni kann man zigmillionenfach erzählen.

Ich habe im ersten Jahr der Vorstellungen Blut geschwitzt, denn es war mein Verlangen und vorher mit Harnoncourt besprochen, dass Don Ottavio nicht wie ein Wurst auf der Bühne steht, nicht wie ein Schwächling.

Wie ist ihr Ottavio?

Grandios! Wahrscheinlich das langsamste „Dalla sua pace“ meines Lebens, jede Note hat geschwebt. Das Lustige war; die Premiere von Don Giovanni war gleichzeitig der Geburtstag von Riccardo Muti, und er sagte hernach zu mir: „Ich gratuliere Dir“. Ich muss auch sagen, dass die Arbeit mit Muti bei Cosi fan tutte mir sehr geholfen hat bei Nikolaus, weil der Text, die deutliche Aussprache, der Impetus von Muti kam, und das hat Nikolaus auch gemacht und seine eigenen Sachen dazu gebracht. Und ich liebe dieses Atmen zwischen Phrasen, ich glaube das wurde früher auch so gemacht, das macht es spritzig.

Wenn Sie mich fragen würden, ob NH der einzige Weg der Musik sei, so sage ich: er ist es nicht. Wenn es nur einem Weg gäbe, hätten wir eine Schiene, auf der wir permanent fahren müssten, und dann könnten wir ein Museum aufmachen.

Aber grade beim Don Giovanni liegt doch so viel Deutung in der Musik, im Subtext. Z.B. beim Accompagnato der Anna, da sagt ja die Musik genau, was passiert ist zwischen ihr und DoJa schon. Doch wenn man den Ottavio als Wurstel spielen will, dann heißt „Ohi me, respiro“, dass er sie nicht angefasst hat…

Warum sagt er das? Warum: dieses Gott sei Dank, er hat sie nicht angefasst? Er denkt: da ist meine Zukunft gerettet, meine Ehre. Weniger wichtig ist, was Anna in Wirklichkeit fühlt.

Hat Don Giovanni sie angefasst?

Ach wissen sie, darüber kann man Bücher schreiben. Das ist dem Ottavio weniger wichtig. Denn es ist egal, was man mit der Milchmagd, dem Kammermädel ect. macht, oder dem Küchenjungen, oder wen man ermordet, fast so. Aber was nicht egal ist, ist das politische, das Adelige, es darf nicht berührt werden, denn sonst geht die Power weg. Wer die Macht verliert, leidet finanziell. Deswegen wurden die Schichten auseinandergehalten, werden es bis heute. Denn dann bleibt es in der Familie, Adel mit Adel. Die Adeligen haben bis heute mehr Kinder als die Nichtadeligen, ein uraltes System, vier bis fünf Kinder im Schnitt. Die Ländereien, das alles.

(Michael Schade schildert Beispiele: Metternich, Grafenegg, Sekt an Oekter verkauft, weil keine Nachkommen da sind.)

Deswegen denkt Ottavio: knapp vorbeigekommen Er singt diesen Satz mit Würde.

 Also sicher kein Waschlappen?

Nein. Der Grund warum er das nicht glaubt, liegt in der Ehre, alles andere ist ihm egal. Und dieses Denken wird permanent unterstützt von NH, war immer da bei den Proben,

Wenn er ein Stück macht, dann ganz, und er ist auch immer da, normalerweise.

 Er war früher auch einer der ersten Dirigenten, die alle Regieproben mitgemacht haben, weniger einmischend, aber da.

Ja, Gott sei Dank!

Sagen sie noch was zum Titus?

(Kleine Konfusion bei Schade, verwechselt was mit Idomeneo. Die Geschichten sind ja nicht unähnlich.) Der Fehler des Titus ist dass er zu milde ist. Das ist ein Problem, denn er kreiert ein Vakuum der Macht. Warum macht er das? Er ist da oben, aber er will es nicht wirklich. Das ist wie bei einer Katze, die im Zimmer gehalten wird, die nie jagen darf. Die spielt auf einmal mit ihren Schatten, mit ihrem Schwanz. Und das passiert dem Titus. Er will die Macht nicht mehr, braucht sie nicht. Ein tiefer Konflikt, er leidet wahnsinnig drunter. Am Ende will er einfach raus. Er hätte ja eigentlich Sesto einsperren müssen.

Aber Weichei ist er auch keines. Er ist ein großer, großer, mächtiger Mann, eigentlich möchte er aus Rom die Schweiz machen, ein neutrales Land. Aber dazu braucht man große Chutzbe. Denn Neutralität ist ja: jeder kann kommen, ob das Idi Amin ist oder der Dalai Lama, egal.

Aber der Titus will gar keine Macht, er will eine Art Kommune am Ende, eigentlich ein Abdanken.

Deswegen mit der Vitellia was anzufangen?? Sie ist gegen ihn!

Wichtig ist die Vorgeschichte, denn der einzige Grund, warum sie wiederkommt und mit Sesto was anfängt, ist, weil der Titus sie nicht wollte.

Titus liebt Berenice!

Genau. Am Anfang versucht er sie ja anzurufen, und es antwortet niemand. Da ist sein Herz weg, leer, er kann und will nicht mehr, will nichts mehr mit Liebe und Hass zu tun haben. Die Neutralität ist ihm lieber, ein leerer Mensch.

Die Inszenierung hat das toll gezeigt. Das war ja wie Herrenchiemsee, ein großer Saal mit Marmor, Glanz und Gloria und drum herum Baustelle. Waren Sie schon mal da?

Ja, denn ich bin aus Bayern.

Sehen Sie! Er hat einfach aufgehört, wollte nicht mehr.

Der Schluss mit den geopferten Kindern war so verstörend!

Die werden nicht eigentlich geopfert. Doch es zeigt, dass das Problem nicht gelöst wurde. Vergibt man jemanden, weil man sagt, gut ich verstehe das, und wir machen zusammen weiter, oder sagt man ich will mich mit diesem Problem nicht befassen. Das hat mit Wegschieben, Abdanken zu tun. Das wirkt in die Zukunft, drum sehen diese Kinder aus wie Titus, es wird sich so wiederholen. Auch darüber kann man Bücher schreiben.

Eindeutig ist, dass diese Geschichte wirklich was zu sagen hat. Und drum war ich so traurig als es vorbei war. Und wenn es eine Lulu geben wird, dann wird das konsequent und groß sein, voller Informationen und brennender Kunst, ein Streben nach dem Wissen.

Ich danke dem lieben Gott jeden Tag dass ich mit Nikolaus Harnoncourt habe arbeiten dürfen.

Ein großes Wort! Hat er sie dermaßen geprägt?

Ja (bewegt)

 Sie werden länger singen als er dirigieren wird, macht Sie das traurig?

Wissen Sie, früher habe ich drüber mehr nachgedacht. Auch der Concentus, der hat ja keinen Nachfolger. Aber Nikolaus Harnoncourt hat nicht die Aufgabe, seinen Nachfolger zu finden, denn er hat noch viel zu sagen, und das soll er tun so lange er es will, und danach…. Das will auch der Concentus nicht, dieser Klangkörper wird sich in etwas anderes verwandeln. Es geht um eine gemeinsame Einstellung zur Musik, und das soll man so lange tun wie man kann. Man kann nicht sagen: Du musst das weiterführen. Ein anderer Junger wird kommen, ein Dudamel oder…. Doch eine solche Hingabe zur Forschung in der Musik wird es länger nicht geben, denke ich.

Muss das noch sein, er hat so viel gemacht! Es kann nun wirklich ein neuer Geist einkehren, er hat ja so viel gemacht!

Der neue Geist muss immer sein, denn sonst landen wir im Museum.

Ich habe die Vision, das nun etwas Neues dazu kommen kann.

Ich denke dass sie da recht haben, ja. Es würde mir Nikolaus zustimmen darin, dass es ja nicht einen Weg gibt, sondern viele. Es muss weitergehen, aber wie, das ist nicht seine Aufgabe. Auch er ist ja nicht gekommen, weil jemand gesagt hat: das musst Du jetzt mal so machen. Er hat ja auch seinen eigenen Weg gefunden.

 Eine kleine Frage zum Ende, hatten Sie je mit dem besonderen Phrasieren, dem Wort-Klang-Verhältnis, Probleme?

Es ist die Aufgabe eines modernen Sängers, sich damit auseinanderzusetzen. Ich hatte damit nie Probleme, weil es Sinn macht. Wir sind ja keine Papageien, müssen ja mitdenken.

Ich habe mich bei Harnoncourt von der ersten Minute an zu Hause gefühlt. Das Singen geht ja mit dem Atem, und er atmet beim Dirigieren. Ich hatte nie ein Problem.

 

Ich danke Ihnen, ganz, ganz herzlich!

 (Foto YouTube, eine Aufführung des Messias, vermutlich mit Harnoncourt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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