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Herbert Willi: Dornbirn Klassik zum Siebziger des Komponisten aus dem Montafon

Was ist schöner als Mozart? Musik von Wolfgang Amadé Mozart und Herbert Willi erklang beim ersten Konzert der Reihe Dornbirn Klassik.

Wolfgang Amadé Mozart und Herbert Willi sind nicht zuletzt verbunden durch ihre Geburtsdaten, dem 27. Januar 1756 beziehungsweise dem 7. Januar 1956. Somit feiern wir in diesem Jahr den siebzigsten Geburtstag des weltweit aufgeführten Komponisten aus dem Montafon. Um Herbert Willi ist es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger geworden, vermeintlich. Denn er hält sich viel in Südkorea auf und hat auch aktuell immer wieder komponiert. Zu seinem Siebziger tritt er nun auch in Vorarlberg wieder in Erscheinung. Das SOV hatte kürzlich sein Klarinettenkonzert im Programm, das Stella Sinfonieorchester wird bei seinem Weihnachtskonzert ein Stück Willis spielen, und die lesenswerte Autobiografie „Mein zweites Leben“, aufgezeichnet von Martin Skamletz, ist soeben erschienen. Zudem war es schon lange der Wunsch des scheidenden Kulturamtsleiters Roland Jörg, Musik von Herbert Willi in der Reihe Dornbirn Klassik zu präsentieren. Nun, zum Siebziger des Komponisten, ist es gelungen. Das Klangkollektiv Wien unter seinem Dirigenten Rémy Ballot gab am Montagabend im Kulturhaus ein Konzert, das Herbert Willi und Wolfgang Amadé Mozart in Verbindung setzte. Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ eröffnete, seine „Haffner“-Sinfonie in D-Dur KV 385 beendete das Programm, das in seinem Zentrum drei Werke Herbert Willis aus unterschiedlichen Schaffenszeiten bot. Das wohl gewichtigste Stück war das zweite von den vier Instrumentalkonzerten, die den „Zyklus Montafon“ bilden. Sein Titel „…geraume Zeit…“ kann durchaus mystisch verstanden werden, als Ausblick auf eine Dimension, in der Raum und Zeit verschmelzen. Die Soloinstrumente Flöte und Oboe sowie das Orchester stellen in mehreren Sätzen Daseinsformen dar, vom Unangenehmen, das die schrille Piccoloflöte vermittelt, bis hin zu wunderbarer Melodik von Querflöte und Oboe, grundiert von einem ruhigen Klangteppich des Orchesters. Karl Heinz Schütz und Hansjörg Schellenberger waren die prominenten und berufenen Interpreten für dieses 2002/03 komponierte Werk. Im Jahr 2018 schreib Herbert Willi das ebenfalls mehrsätzige Stück „Celebrate“. Daraus spielte das Klangkollektiv Wien den siebenten Satz „Liebesfest“. Sehr wohlklingend und gleichmäßig fließend lässt es weniger an Erotik denkend als an die universelle Liebe, die der spirituellen Kultur des Fernen Ostens eigen ist. Schließlich hörte das zahlreiche Publikum noch „Kairos im Kronos“, das Willi 2005 als Streichtrio konzipierte und 2021 für Streichorchester erweiterte. Das Zitat eines unvollendeten Streichtrios Mozarts überrascht im Kontext der modernen Klänge. Aber als darauf ein wunderbar ruhiger Satz, original von Willi folgt, fragt man sich, was schöner ist: Mozart oder Willi? Aber ist Schönheit das zentrale Kriterium für Musik? Diese Frage bleibt im Raum.

Foto: Schott Musikverlag

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