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Ferenc Bognar bei der Chopin Gesellschaft Vorarlberg

Anspruchsvoll, aber mitreißend

Während die großen Musikveranstalter Vorarlberg Corona-bedingt Absagen aussprechen mussten, können die kleineren ihre Konzerte durchführen. So die Chopin-Gesellschaft Vorarlberg, die am Freitagabend einen wunderbaren Klavierabend anbot. Der Interpret des Programms mit Werken Schumanns war Ferenc Bognar.

Vor einigen Jahren verabschiedete sich Ferenc Bognar, Jahrgang 1949, als Professor für Klavier am Vorarlberger Landeskonservatorium. Er war gewiss einer der profiliertesten Lehrer dieses Hauses, unterrichtete Kirill Petrenko ebenso wie Clau Scherrer, Yunus Kaya oder Hanna Bachmann. Und wie man an seinen beiden erstgenannten Schülern sieht, ging es Bognar keineswegs nur um die Vermittlung einer Spieltechnik, sondern um die Formung einer Musikerpersönlichkeit. Ferenc Bognar selbst ist ebenfalls eine solche, und das in hohem Masse. Immer geht es ihm um das Werk in seiner Immanenz, sei es als Dirigent, als Kammermusiker oder als Solist am Klavier. In diesen Tätigkeiten tritt er auch nach seiner Pensionierung häufig auf, und als Solist präsentierte er sich nun bei der Chopin Gesellschaft – mehrere ehemalige Schüler und Kollegen waren im Publikum. Ferenc Bognar hätte es sich leicht machen und gängige Stücke spielen können, doch, seinem musikalischen Sendungsbewusstsein folgend, forderte er sich und sein Publikum und setzte große Klavierwerke von Robert Schumann auf das Programm. Im ersten Teil waren es die Symphonischen Etüden Opus 13, im zweiten die Humoreske Opus 20, deren Titel nicht wörtlich genommen werden darf, denn es handelt sich um ein sehr tiefgründiges Stück. Eingeleitet wurden die Programmblöcke mit kürzeren Werken; zuerst den drei Romanzen Opus 28 und dann dem Allegro Opus 8. Dies alles ist Musik voller Leidenschaft, und so spielte Ferenc Bognar sie, dabei glasklar im Anschlag. Und er hatte viel Sinn für die verschiedenen musikalischen Farben, wie sie sich besonders in der Humoreske zeigten. So hatte das Publikum im Pförtnerhaus des Landeskonservatoriums ein wunderbares Hörerlebnis und dankte mit herzlichem Applaus.

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