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Bregenzer Festspiele: „Einblick“ in geträumte Liebeswirren

 

Flaka Haliti im Gespräch mit Alexander Moosbrugger

Der aus dem Bregenzerwald stammende Komponist Alexander Moosbrugger erarbeitet zusammen mit der bildenden Künstlerin Flaka Haliti – sie ist geboren im Kosovo und lebt nun in München – für die Bregenzer Festspiele 2020 die Oper mit dem Titel „Wind“. Am Dienstagabend erhielt das Publikum im KUB den fünften „Einblick“ ins Bühnenbild und in die Musik. letzterer durch den wunderschönen Live Gesang durch Hagen Matzeit, der in der Oper die Hauptrolle übernehmen wird.

Eine rätselhafte Statue in Rom wurde davon inspiriert, Tizian schuf ein allegorisches Gemälde dazu, und nun dient es Alexander Moosbrugger als Quelle für seine Oper „Wind“, die nächsten Sommer auf der Werkstattbühne zur Uraufführung kommt. Die Rede ist vom 1499 erschienenen Buch „Hypnerotomachia Poliphili“ von Francesco Collona. Deutsch übersetzt wäre der Titel in etwa „Der Traumliebeskampf des Poliphili“, also ist es eine überaus fantasiereiche Erzählung einer Liebe, die sich nie erfüllt, und ein Buch, das Umberto Eco „das vielleicht schönste Buch der Welt“ nannte. Denn dieser italienische Wiegendruck enthält einhundertzweiundsiebzig Holzschnitte von surrealer Ästhetik, die der bildenden Künstlerin Flaka Haliti Ideenspender und Herausforderung zugleich sind. Insbesondere hat es ihr ein Holzschnitt angetan, der ungemein raffiniert mit der damals soeben entdeckten Perspektive spielt. Gekrönt wird dieses Bild von einem Obelisken auf dessen Spitze ein Windspiel thront, und so sind wir beim Titel der Oper. Zudem weist der Holzschnitt Gitternetzlinien auf, die, so die Künstlerin im Gespräch mit Olaf A. Schmitt, in der digitalen Welt allgegenwärtig sind. Unter anderem damit hat sie einen Bühnenraum geschaffen, in dem auch das Publikum sitzen wird. Und die Orgelpfeifen, die, wie wir es vom „Einblick IV“ wissen, für die Musik und die Optik des Werkes essentiell sind, hängen vom Plafond. Flaka Haliti betonte, dass dieser Entwurf, der hier exklusiv gezeigt wurde, möglicherweise noch verändert werden wird – ein normaler Prozess im Theaterleben.

Alexander Moosbrugger

Und dann erfuhr man noch, dass Alexander Moosbrugger sich für seine Musik nicht nur von der Orgel, sondern auch von der Musik zwischen Renaissance und Barock inspirieren lässt, und solche wurde zauberhaft dargeboten von Jürgen Matzeit, zugleich Bariton und Countertenor, sowie dem Theorbenspieler Johannes Ötzbrugger. Die Uraufführung der Oper „Wind“ werden wir am 19.August auf der Werkstattbühne im Bregenzer Festspielbezirk erleben, eine weitere Aufführung ist für den 21. August angesetzt.

(Fotos Bregenzer Festspiele)

 

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