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Alexander Grassauer: A Star is Born

Der Bassbariton Alexander Grassauer und Ammiel Bushakevitz am Klavier boten am Samstagabend, dem 3. Oktober einen Liederabend, der höchste Vergleiche nicht zu scheuen braucht.

Der österreichische Sänger Alexander Grassauer ist erst dreißig Jahre alt, verfügt aber bereits über eine derartige Sicherheit und Reife im Ausdruck, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt. Ohne Pause sang er eine Gruppe von Schuberts Liedern nach Johann Mayrhofer, dann seinen gesamten „Schwanengesang“. Es würde viel zu weit führen, all die wunderbwaren Momente dieser Interpretation zu schildern, doch es ist sicher besser, zu sagen, dass dieser Liederabend aus einem Guss war und von Anfang bis Ende beglückend. Mit Alexander Grassauer betritt ein Liedsänger die Szene, der zu größten Hoffnungen Anlass gibt. Der Pianist Ammiel Bushakevitz hatte wesentlichen Anteil am wunderbaren Gesamteindruck. Als einer der letzten Privatschüler Dietrich Fischer-Dieskaus trägt er eine große Tradition weiter und erfüllt sie mit Frische.

Schuberts “Schwanengesang” ist eine Zusammenstellung des Verlegers Tobias Haslinger, die dieser nach dem frühen Tod des Komponisten herausgebracht hat. Die dreizehn Lieder nach Ludwig Rellstab und Heinrich Heine hat Schubert in einem Zug geschrieben, sodass man mit einiger Berechtigung von einem Zyklus sprechen kann. Das Lied “Die Taubenpost” steht in lediglich losem Zusammenhang dazu und wird daher gerne nach dem Schwanengesang als Zugabe gesungen, so auch bei diesem Liederabend. Wie kurios war es da, dass just, als die beiden Interpreten einsetzen wollten, ein Handy klingelte! Botschaften bringen heute also weder sehnsuchtsvolle Gedanken noch Brieftauben, sondern das Mobiltelefon. Zur Beruhigung gab es dann noch eine zweite Zugabe: Wanderers Nachtlied “Über allen Gipfeln ist Ruh” (Goethe/Schubert)

Die Oktober-Konzertreihe in Hohenems war ein würdiger Abschluss des Jubiläumsjahres „50 Jahre Schubertiade“

Foto: Geoffrey Schied

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