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Schubertiade: Musizieren im Ensemble

Zweimal hatte man in Schwarzenberg Gelegenheit, die Kunst des Zusammenspiels beziehungsweise -singens zu studieren.

Am Montag- und am Mittwochabend präsentierten sich jeweils Ensembles, die nicht ständig zusammen musizieren. In beiden Fällen waren es renommierte Solisten, die sich zum gemeinsamen Muszieren im Rahmen der Schubertiade Schwarzenberg zusammenfanden. Beim Kammermusikkonzert am Montag waren es Musikerinnen und Musiker der jüngeren Generation, die bereits in den letzten Jahren bei der Schubertiade in Erscheinung traten, nämlich die deutsche Geigerin Veronika Eberle sowie die beiden Österreicher Julia Hagen, Violoncello und Lukas Sternath am Klavier. Das späte Trio Opus 101 von Johannes Brahms, das frühe Trio Opus 6 von Dmitri Schostakowitsch, beide in der traurigen Tonart c-Moll standen dem lichtvollen Trio in Es-Dur von Franz Schubert gegenüber. Am überzeugendsten gelang das Werk Schostakowitschs in seiner herben Tonsprache, während gerade bei Schubert der Zauber dieses vielgeliebten Stücks sich nur in Momenten einstellen wollte. Die Damen an den Streichinstrumenten, übrigens beide stilvoll gekleidet im modischen Kastanienbraun, trafen diesen achtsamen Ton eher, jedoch war Lukas Sternath am Klavier vielfach zu laut und legte beim so lieblichen Andante con moto ein recht zügiges Tempo vor. Als Zugabe wählten sie einen Satz von Mendelssohn. Noch junge, aber bereits an großen Opernhäusern erfolgreiche Sängerinnen und Sänger boten am Mittwochabend einen Ensembleabend mit einem reinen Schubert-Programm dar. Die meisten dieser zwei- und vierstimmigen Gesänge waren als Komposition eher interessant für Kenner denn ein mitreißendes Musikerlebnis, sodass der Focus auf den Sängern lag, fabelhaft am Klavier begleitet von Malcolm Martineau. Drei von ihnen, Nikola Hillebrand, Sopran, Mauro Peter, Tenor und David Steffens, Bass, kannten sich übrigens vom Premierenjahr der Seebühnenproduktion von Webers „Der Freischütz“. Die Niederösterreicherin Patrizia Nolz ist dem Publikum in der Region ebenfalls bekannt, unter anderem durch ihre Mitwirkung beim Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn, einer Produktion des Symphonieorchesters Vorarlberg. Und sie stach in Schwarzenberg aus dieser Riege hochkarätiger Sänger noch einmal heraus durch ihren meisterhaft geführten Mezzosopran. Jedes Wort und jeden Ton gestaltet sie von innen heraus und fasziniert so ihre Hörer durch ihre Authentizität. So wurde die oft gegebene „Altschottische Ballade“ zum unerwartet spannenden Höhepunkt des Programms. Ihr Duopartner bei diesem Stück war David Steffens. Er ist begabt mit einem wunderbaren Bass, kann ihn aber nicht immer zügeln. Dieses letzte Konzert der in diesem Jahr nur sechs Tage dauernden Spätsommer-Schubertiade wurde beschlossen durch ein charmantes Gute-Nacht-Lied.

 

Foto Schubertiade

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