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Schubertiade Hohenems: Das Quartetto di Cremona und Aaron Pilsan

Ein starkes Debut und ein Publikumsliebling

 

 

Der aus Dornbirn stammende Pianist Aaron Pilsan gab bei der Schubertiade Hohenems am Freitag ein Solorezital, und am Samstag trat er als Kammermusikpartner des arrivierten „ Quartetto di Cremona“ auf. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass Shootingstar Aaron Pilsan in der Mitte der Musikwelt angekommen ist.

Es sei eine Künstleragentin in Deutschland gewesen, die den jungen Aaron Pilsan und das arrivierte „Quartetto di Cremona“ zusammengebracht hat, erzählt der Bratschist des Ensembles, Simone Gramaglia. Seither hätten sie schon mehrere sehr schöne Konzerte zusammen gemacht. Somit kam es zum Schubertiade-Debut des Quartettes aus Genua, das ich nach der Geigenstadt Cremona benannt hat, weil alle vier Herren auf Stradivari-Instrumenten spielen. Und exklusiver kann man sich in die weltweit renommierte Schubertiade schwerlich einführen als mit Beethovens „Großer Fuge“ in B-Dur Opus 133. Cristiano Gualco, und Paolo Andreoli, Violine, der bereits genannte Bratschist und Giovanni Scaglione, Violoncello, taten dies mit auffallend kraftvoller, markanter Tongebung, im Mittelteil aber durchwegs zurückgenommen. Dann betrat der wesentlich jüngere Aaron Pilsan  das Podium, um mit dem „Quartetto di Cremona“ einer Kammermusikversion von Mozarts bekanntem Klavierkonzert in A-Dur KV 414 zu spielen. Obwohl die Fassung von Mozart autorisiert ist, wirkte sie gegenüber der Orchesterversion mit all den Klangfarben der Bläser eher eindimensional, zudem der Klavierpart „ein Mittelding zwischen schwer und leicht“ ist, wie Mozart selbst schreibt. Pilsan machte dies wett mit der bezaubernden Biegsamkeit seines Spiels, und die vier Herren aus Genua schlossen sich diesem mit viel Charme an – man bewunderte den ganzen Abend ihre stilistische Vielseitigkeit. Beim großen Werk nach der Pause, Robert Schumanns Klavierquintett in Es-Dur Opus 44, blieben keine Wünsche offen. Da wechselten  optimistischer Schwung mit melancholischer Herbheit, schönstes Legato mit knappen Klängen. Vor allem aber ging die Erfahrung des „Quartetto di Cremona“ eine wunderbare Verbindung ein mit der Jugendfrische von Aaron Pilsan.

2 Overall Score
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