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Schubertiade Hohenems mit Samuel Hasselhorn

Zum zweiten Mal hörte man Samuel Hasselhorn bei der Schubertiade in Hohenems. Dass ich mich beim aktuellen Konzert überhaupt nicht mehr erinnert habe, ihn schon einmal gehört zu haben, ist bezeichnend. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass dieses Konzert für mich nicht angenehm verlaufen ist. Ich musste nämlich husten und erlebte aus meiner Umgebung eine, wie ich finde, übertriebene Ablehnung.

Bariton Samuel Hasselhorn präsentierte sich mit einem reinen Schubert-Liedprogramm, wobei zweimal sein Partner am Klavier, Ammiel Bushakevitz eine Gruppe von Tänzen aus der Feder Schuberts einflocht. Hasselhorn und Bushakevitz erarbeiten derzeit die CD-Edition „Schubert 200“, wo sie jeweils die Lieder, die Schubert genau 200 Jahre zuvor komponierte, aufnehmen. Den Band von 1826, überschrieben mit „Hoffnung“, boten sie dem Hohenemser Publikum dar. Ob das eine tragende Programmidee für ein Konzert ist, sei dahingestellt. Bekanntes wie “Fischerweise”, “An Silvia” oder “Der Wanderer an den Mond” erklangen neben eher Sperrigem, aber auch Berührendem wie “Der Vater mit dem Kind”.

Hätte man nicht gewusst von dieser Zusammenarbeit, so hätte man meinen können, dass die beiden sich noch nicht lange kennen. Denn irgendwie klang es immer wieder nach Mühe, kurz, der Funke sprang zwischen den Beiden selten über, und so erlebte man es auch im Publikum. Dabei verfügt der Sänger über sehr schöne stimmliche Qualitäten und bemüht sich um eine feinsinnige Gestaltung. Vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif für Hasselhorn als Liedersänger. Der Tenor Mark Padmore meinte einmal, dass man diese Kunst erst jenseits des vierzigsten Lebensjahres beherrscht. Da hat Hasselhorn noch Zeit. Für den freundlichen Beifall gab es eine Zugabe, Schuberts „Im Abendrot“.

 

 

Foto Nikolaj Lund

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