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Bregenzer Festspiele: nochmals Don Quichotte bei der Matinee des Symphonieorchesters Vorarlberg

Im Bezug zur diesjährigen Hausoper „Don Quichotte“ von Jules Massenet standen bei der Matinee des SOV drei Werke auf dem Programm, die sich alle mit dem skurrilen Ritter beschäftigen. Erzählende Musik also, und das bedeutet für das Orchester einen Reichtum an Klangfarben und somit eine große Anforderung hinsichtlich Spieltechnik und viele Instrumentalsoli. Das SOV löste dies alles ganz wunderbar ein, und daran hatte die Dirigentin des Konzertes, die zierliche Französin Ariane Matiakh, einen erheblichen Anteil. Sie hat die komplexen Partituren verinnerlicht und führt das groß besetzte Orchester mit klarer und sehr lebhafter Zeichengebung. Begonnen hat das Konzert mit Maurice Ravel, der drei stimmungsvolle Orchesterlieder über „Don Quichotte“ geschrieben hat. Hier wurden sie sehr gut gesungen vom Tiroler Bariton Wolfgang Stefan Schwaiger, der uns als Don Giovanni im Opernstudio vor wenigen Jahren bestens in Erinnerung ist und in den Seeaufführungen „Carmen“ und „Rigoletto“ Rollen innehatte – somit ein Mitglied des Bregenzer Ensembles, wie es Intendantin Elisabeth Sobotka mit dem Opernstudio anstrebt. Auf Maurice Ravel folgte dessen Landsmann Jacques Ibert und dessen „Le chevalier errant“ – „der umherschweifende Ritter“. Die vier Sätze sind die Suite aus einem gleichnamigen Bühnenwerk und bestechen durch ihre markanten Charaktere und tollen Orchesterfarben, wie sie etwa die Instrumente Gitarre, Saxophon oder Celesta hervorbringen. Auch das Werk nach der Pause, „Don Quixote“ von Richard Strauss, geizt nicht mit Klangcouleurs, etwa gestopften Bläsern, die das Blöken einer Schafherde hören lassen. Das Werk, das übrigens 1897, also nur zwölf Jahre vor unserer Hausoper uraufgeführt wurde, hat ein ausgedehntes Cellosolo, das Maximilian Hornung berückend schön spielte. Auch andere Soli, stellvertretend für weitere Kollegen und Kolleginnen, seinen genannt, so Michaela Girardi, Violine oder Xandi van Dijk, Viola.

Ariane Matiakh Photo: Marco Borggreve

Wie man erlebt hat, sind auch im Ländle die Zeiten vorbei, wo ein Raunen durchs Publikum geht, wenn eine Frau das Dirgentenpodest erklimmt. Kein Wunder, denn auch das Symphonieorchester Vorarlberg ist stark weiblich besetzt. Mehr noch, bei diesem Konzert saßen deutlich mehr Frauen auf dem Podium wie Männer, und das auch an den ersten Pulten. Sehr erfreulich!

 

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