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“Bachkantaten in Vorarlberg” lässt Weihnachten nachklingen

Das Projekt „Bachkantaten in Vorarlberg“ wurde von der Sopranistin Miriam Feuersinger 2014 ins Leben gerufen. Pro Jahr gibt es zwei Programme, die jeweils mehrmals an verschiedenen Orten im Ländle aufgeführt werden. Am Wochenende war es wieder so weit, in der evangelischen Kirche Bregenz und im Dom zu Feldkirch.

Johann Sebastian Bach hat in seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig nahezu für jeden Sonntag des Kirchenjahres eine Kantate geschrieben. Drei Jahrgänge davon sind uns vollständig erhalten, dazu eine Reihe von Kirchenkantaten aus früheren Jahren. Genug Stoff also für das Projekt von Miriam Feuersinger, das sie zusammen mit Thomas Platzgumer, Leitung und Violoncello und Armin Bereuter, Violone, sowie weiteren Sängern und Musikern betreibt. Gelegentlich kommen auch Kantaten von Zeitgenossen Bachs in die Programm, so diesmal  „O heilige Zeit“ von Johann Kuhnau, dem Amtsvorgänger von Bach in Leipzig. Allen Kantaten gemeinsam ist eine Abfolge vom komplexen polyphonen Chorsätzen, Rezitativen, Arien und Chorälen, letztere sind vielen Menschen aus Gottesdiensten bekannt. Dass die Besetzung in Miriam Feuersingers Projekt auf das Kleinstmögliche beschränkt ist, also die Chöre von den vier Gesangsoli interpretiert werden und dass die Orchesterstimmen einfach besetzt sind, liegt in der Natur der Sache. Kaum einmal vermisst man die Klangfülle, wie man sie etwa aus der Zeit von Karl Richter kennt, im Gegenteil. Die komplexen Linien und Strukturen der Komposition kommen in der kleinen Besetzung viel besser zur Geltung. Besonders die Chorsätze erfreuen durch die sauberen und wohlklingenden Linien der geschulten Stimmen, und strahlend legt sich der Sopran von Miriam Feuersinger über das Ganze. Die weiteren Sänger beim aktuellen Konzert waren der Altus Markus Forster, der Tenor Markus Ullmann und der Bass Markus Volpert. Eine wunderbare Farbe brachten die beiden Oboisten Andreas Helm und Georg Fitz ins Spiel. Dem gut gemachten Programmheft war ein Notenblatt beigelegt, sodass den Schlusschoral der abschließenden Kantate, dem fünften Abschnitt des Weihnachtsoratoriums, das Publikum mitsingen konnte.

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