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Schubertiade Hohenems im Juli

Sechs Konzerte gab es zwischen Donnertag und Sonntag bei der Schubertiade Hohenems zwischen 16. und 19. Juli. Zwei davon bestritt die sehr kontroversiell eingeschätzte Band „The Erlkings“, die die Lieder Schuberts im Stil von Popmusik präsentiert, also in englischer Sprache und arrangiert für Gitarre, Violoncello, Tuba, Schlagzeug und Vibraphon. Wer das nicht wollte, konnte am Freitag Schubertiade wie gewohnt genießen: etwa nachmittags ein Kammerkonzert mit drei wunderbaren Musikern. Es waren der deutsche Geiger Tobias Feldmann, dann die beiden Franzosen Victor Julien-Laferrière am Cello und Guillaume Bellom am Klavier.

Guillaume Bellom

Neben Schuberts magischem Trio in Es-Dur, das immer wieder ein Erlebnis ist, ermöglichten sie dem Publikum eine Begegnung mit der Urfassung des Klaviertrios Opus 8 in H-Dur von Johannes Brahms. Ein bemerkenswertes Unterfangen, denn diese Urfassung ist um etwa ein Drittel länger als die übliche Fassung, die der selbstkritische Brahms 35 Jahre später schuf. Die Vorzüge, die ein erster Wurf generell hat, konnte man in der Interpretation dieser drei jungen Kammermusiker genießen. Frische, rhapsodische Unbekümmertheit und Ausschweifung zeigen sich bei einem Genie wie Brahms in Melodienseligkeit und der Ausreizung dynamischer Grenzen. Den folgen Bellom, Julien-Laferrière und Feldmann gerne. Sie geben sich der Schönheit der Melodien hin, sie lassen die Klänge bis knapp vor die Unhörbarkeit verebben und bauen dann wieder Steigerung auf, die kraftvoll bis zur Herbheit reichen. Dass Schuberts wundervolles Klaviertrio in Es-Dur ebenfalls meisterlich erklang, muss nicht eigens erwähnt werden. Als Zugabe spielten die drei Musiker eine Romanze, die sie aus der Schubert-Oper „Die Verschworenen“ für ihre Instrumente arrangiert hatten.

Foto Manolo Mynolas

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