Francesco Piemontesi setzte mit einem berückend schön gespielten Klavierrezital den Schlussakkord unter die in diesem Jahr recht kurze Juni-Schubertiade in Schwarzenberg.
Hatte Daniel Heide mit dem Zyklus „Unerzählt“ von Thomas Larcher am Mittwochnachmittag herausfordernde pianistische Aufgaben zu bewältigen, so trifft dies – wenngleich ganz anders – auch auf Francesco Piemontesi zu, der am Mittwochabend ein Solorezital speilte und damit die Juni-Schubertiade in Schwarzenberg abschloss. Schuberts Sonate in G-Dur D 894 erklang vor der Pause, danach der Zyklus „Années de pèlerinage I, Suisse“ von Franz Liszt. Schubert und Liszt verbindet viel mehr als derselbe Vorname, etwa auch die Tatsache, dass Liszt einer der ersten war, die das Werk Schuberts nach dessen Tod an die Öffentlichkeit brachte, und der weiters von mehreren Lieder Schuberts ausgedehnte Paraphrasen schuf.

Was soll man an diesem zauberhaften Klavierabend von Francesco Piemontesi mehr bewundern? Etwa in Schuberts ausgedehnter Sonate die Flexibilität und Gesanglichkeit im Spiel des Tessiner Pianisten, oder vielleicht bei Liszt die selbstverständliche Bewältigung der virtuosen Passagen, die Vielfalt der Klangfarben und über allem der stete Fokus auf der musikalischen Schönheit? Oder dass nichts davon Selbstzweck ist, sondern Dienst an der Musik, an der Größe dieser Werke und Komponisten. Zwei Zugaben waren der Dank für den herzerwärmenden Beifall. Sie waren weder mir noch meinem Begleiter, einem professionellen Pianisten, bekannt. Besonders die erste könnte eine Improvisation gewesen sein.
Foto Camille Blake
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