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Chanticleer: America is still great – concerning music

Das Weltklassegesangsensemble Chanticleer aus San Francisco machte auf seiner Europatournee Stopp im Montforthaus Feldkirch.

 

 

Es sei der langgehegte Wunsch von Oskar Egle gewesen, das Ensemble Chanticleer ins Ländle zu holen. Am Samstagabend im Montforthaus dürfte der legendäre Vorarlberger Chorleiter sehr glücklich gewesen sein, denn das kundige Publikum im restlos ausverkauften Montforthaus feiere die zwölf Herren aus San Francisco enthusiastisch, während der Darbietungen nach jedem Lied (was von manchen als störend empfunden wurde), und am Ende mit Standing Ovations. Die Begeisterung der Zuhörer, die überwiegend selbst Chorsängerinnen und Chorsänger waren, war mehr als nachvollziehbar, denn der Gesang der zwölf Männer war von einer stratosphärischen Reinheit, ohne jemals steril zu wirken. Da gab es kein Stimmgeprotze, sondern Feinheit, Sensibilität und Klarheit von den höchsten Stimmen, die bis ins Sopranregister vordrangen, bis zu den profunden Bässen. Dass Männer auch das hohe Stimmfach bedienen, wird hierzulande immer noch als außergewöhnlich empfunden, ist aber im angelsächsischen Raum Usus. Schließlich bedeutet das Wort Alt beziehungsweise Altus hoch, ist also traditionell die hohe Stimme. Das Repertoire, dass diese zwölf Apostel der hohen Gesangskultur nach Feldkirch mitbrachten, bezog sich ausschließlich auf amerikanisches Liedgut, von lateinischen Renaissancegesängen spanischer Tradition, die in Kalifornien und Mexiko Fuß fassten, bis zu den Spirituals und Gospels der Ostküste und der Südstaaten. Oft waren das komplexe Neuarrangements, die eigens für Chanticleer geschrieben wurden, was die verschiedenen Moderatoren auf Deutsch und Englisch gut erklärten. Denn wenn auch einige wenige Titel bekannt klangen, so kannten auch kundige Sänger kaum eine der Melodien. So begegnete man an diesem besonderen Konzertabend der reichen amerikanischen Kultur. Denn es sind 250 Jahre Demokratie, die die Vereinigten Staaten zu aktuell zu feiern haben. Schade, dass dieses Jubiläum aufgrund der aktuellen politischen Lage in den Hintergrund gedrängt wird.

 

Foto: Chorverband Vorarlberg

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